Bernd Flessner im Interview

Foiling ist derzeit der absolute Trend im Wassersport. Doch was macht Foiling eigentlich aus?

Wir haben den 16-fachen Deutschen Meister im Windsurfen, Bernd Flessner, gefragt.

Interview

Deine Karriere ist beeindruckend. Unter anderem bist du 16-facher Deutscher Meister im Windsurfen. Welcher deiner Erfolge hat für dich persönlich die größte Bedeutung?

Die Slalom WM auf Texel 2011. In dem Jahr bin ich gefühlt als Außenseiter zur WM gefahren und hoffte vor dem Start eigentlich nur unter die Top 10 zu kommen. Am Ende war ich zum 3. Mal Weltmeister und habe 8 von 11 Rennen gewonnen! Dies war ein unglaubliches Gefühl und hat mir gezeigt, dass man auch in schwierigen Situationen an seine Stärken glauben soll.

Und wie hast du dich auf diese großen sportlichen Events vorbereitet? Da geht es ja sicher um mehr als "nur" die körperliche Fitness, oder?

Ich habe während meiner Karriere sehr viel und vor allen Dingen zielgerichtet trainiert. 3 Trainingseinheiten am Tag standen auf dem Programm und das 6 x die Woche. Mental wird einem während der Regatten sehr viel abverlangt. Hier habe ich mich gut vorbereitet, war immer fokussiert und habe während meiner langen Karriere sehr viel gelernt.

Du sagst, dass Windsurfen nicht nur ein Sport, sondern eine Lebenseinstellung ist. Wodurch zeichnet sich diese Lebenseinstellung aus?

Windsurfer sind sehr viel am Reisen, sie sehen viel von der Welt und haben daher eine offene Lebenseinstellung. Zudem ist Windsurfen ein sehr emotionaler Sport, findet immer in der freien Natur statt und man bewegt sich mit den Elementen Wind, Wasser und Wellen. Bei fast keiner anderen Sportart ist man so nah und vor allen Dingen spürt man die Natur so sehr. Dies alles prägt Windsurfer und die Einstellung zum Leben.

Der absolute Trend, der das Surfen gerade revolutioniert, ist ja das Foiling. Verdrängung und Reibungswiderstand werden durch die Foils reduziert, sodass unglaubliche Geschwindigkeiten erreicht werden können. Was ist das für ein Gefühl? Kommt man da in einen Geschwindigkeitsrausch?

Die Geschwindigkeit ist gar nicht das Ausschlaggebende, denn mit einem normalen Windsurfboard wird man schneller als mit dem Foil. Das Besondere am Foilen ist, dass man schon bei sehr wenig Wind ins Gleiten bzw. Schweben kommt! Mit einem herkömmlichen Brett benötigt man eine gewisse Windstärke, um ins Gleiten zu kommen. Mit einem Foil geht dies schon viel früher und daher ist es eine super Ergänzung zum normalen Windsurfen. Durch den geringen Reibungswiderstand beschleunigt der Surfer viel früher, als mit einem herkömmlichen Brett ohne Foil. Das Gefühl schwerelos und vor allen Dingen geräuschlos über das Wasser zu schweben, ist schon was ganz Besonderes.

Für Außenstehende sieht das Foilen natürlich spektakulär aus – fast wie Fliegen. Aber wie schwierig ist es bei dieser Technik eigentlich, das Board unter Kontrolle zu halten? Ist das für Nicht-Profis überhaupt möglich?

Wir haben uns bei Robinson schon sehr früh mit der Thematik auseinandergesetzt, wie man das Foilen am besten unseren windsurfenden Gästen beibringen kann. Wer ein bestimmtes Fahrkönnen, wie Trapez und Fußschlaufen, sowie gutes An- und Durchgleiten beherrscht, der kann sich auch problemlos auf ein Foil stellen. Die Fahrtechnik unterscheidet sich etwas vom konventionellen Windsurfen. Mit den richtigen Tipps und Tricks, welche wir in Privatstunden an den Stationen anbieten, kann man es aber schnell erlernen.

Wie wird sich der Surfsport durch das Foiling aus deiner Sicht zukünftig verändern? Ist es nur ein Trend oder am Ende doch viel mehr als das?

Es wird das Windsurfangebot und die Möglichkeiten bei wenig Wind Surfen zu gehen, erweitern. Die Range, auch bei weniger Wind auf dem Wasser Spaß zu haben, wird durch das Foilen stark erhöht!!

Klar, dass wir bei ROBINSON eine solch revolutionäre Technik wie das Foiling nicht verpassen wollen. Darum bieten wir Foiling bereits in verschiedenen Clubs – z.B. im CLUB SOMA BAY und im CLUB DAIDALOS – an. Immer wieder können unsere Gäste dort auch an Trainings mit dir teilnehmen. Was bewegt einen Top Sportler wie dich, Trainings in ROBINS CLUBS anzubieten?

Ich habe durch meine lange Karriere eine Menge gelernt und Erfahrungen gesammelt. Bei Robinson habe ich die Möglichkeit, mein Wissen und KnowHow an unsere Gäste weiterzugeben und deren Aufenthalt im Club noch wertvoller und erlebnisreicher zu gestalten, welches mir viel Spaß macht.

Gibt es ROBINSON CLUBS, die besonders gut für Anfänger geeignet sind und Clubs, die du eher Profis empfehlen würdest oder macht das keinen Unterschied?

Für fortgeschrittene Windsurfer sind Soma Bay und Daidalos perfekte Reviere!!! Beide Clubs eignen sich aber auch gut, um das Windsurfen zu erlernen. Darüber hinaus ist Fuerteventura (Jandia Playa und Esquinzo Playa) auch gut zum Surfen oder Foilen geeignet. Ich persönlich freue mich schon sehr auf den neuen Robinson Club auf den Kapverden. Dieser Club wird das Windsurfangebot für Robinson erweitern und für viele Windsurfer eine weitere Alternative sein.

Nutzt du unsere ROBINSON CLUBS auch privat gern für Surf-Urlaube?

Ich verbringe ca. 15 Wochen im Jahr in Soma Bay und im Daidalos und versuche, wenn möglich, um ein paar private Tage zu verlängern, da ich den Aufenthalt und die Bedingungen vor Ort sehr gerne mag und schätze. Mittlerweile habe ich so viele Freude (Gäste, wie Mitarbeiter) die ich in den Clubs antreffe und mit ihnen eine tolle Zeit auf dem Wasser verbringe. Wie schon erwähnt, ist Windsurfen ein sehr emotionaler Sport und verbindet die Menschen auf eine ganz besondere Weise.

Vielen Dank, dass du dir Zeit für uns genommen hast, Bernd!

Bernd Flessner, gebürtiger Norderneyer, hat eine beeindruckende Karriere im Windsurfen hinter sich. Der 1,90m große Surfer ist unter anderem 16-facher Deutscher Meister im Windsurfen, holte 39 Deutsche Meisterschaftstitel in den Einzeldisziplinen und gewann 12 Mal den Deutschen Windsurf Cup. Ganze 11 Jahre konnte Bernd sich unter den Top 10 der PBA und PWA Weltrangliste halten. Im Herbst 2013 beendete der erfolgreichste deutsche Windsurfprofi nach 25 Jahren schließlich seine Karriere mit seiner 25. Teilnahme am World Cup auf Sylt - dort, wo er 1992 seine erste Deutsche Meisterschaft gewann. Bis heute hat Bernd seine Leidenschaft für das Windsurfen nicht verloren und gibt sein KnowHow unter anderem im CLUB SOMA BAY und im CLUB DAIDALOS an ROBINSON Gäste weiter.